Weiterbildung Radiologie

Dauer der Weiterbildung:

Die Weiterbildung in der Radiologie dauert in Deutschland regulär 5 Jahre.

 

Klinisches Jahr:

Ein klinisches Jahr, das in der Inneren Medizin oder einer ihrer Subspezialitäten (Kardiologie, Gastroenterologie) in der Neurologie oder in der Chirurgie oder einer ihrer Subspezialitäten (Unfallchirurgie, Gefäßchirurgie) absolviert werden konnte, ist in Deutschland zur Zeit NICHT mehr zwingender Bestandteil der radiologischen Weiterbildung. Früher war es auch bei uns vorgeschrieben, in vielen Ländern ist das auch immer noch so. In Deutschland schreibt die Weiterbildungsordnung für Radiologen in solches Klinisches Jahr zur Zeit nicht mehr vor. 1 freiwilliges klinisches Jahr in einer Inneren, neurologischen oder chirurgischen Abteilung wird aber immer noch auf Ihre radiologische Weiterbildung angerechnet.

 

Weiterbildungsinhalte:

Vorgeschriebene Weiterbildungsinhalte, deren Absolvierung bei der Anmeldung zur Facharztprüfung nachgewiesen werden muss sind:

 

  • Ultraschalldiagnostik
  • konventionelle Röntgendiagnostik /Durchleuchtung
  • Mammadiagnostik
  • Interventionen
  • CT-Untersuchungen
  • MR-Untersuchungen

     

Gewichtung der Weiterbildungsinhalte / Abweichungen zum  Ausland

 

 

Die Verpflichtung zur Ultraschalldiagnostik wird in Deutschland als altertümlicher Bestandteil der Weiterbildungsordnung betrachtet. Viele radiologische Fachabteilungen in Deutschland führen selbst gar keine Ultraschalluntersuchungen mehr durch, sondern haben diese vollständig an die Fachabteilungen ausgelagert. Die Gastroenterologen bzw. die Internisten allgemein schallen das Abdomen, die Schilddrüse und die Gefäße, die Chirurgen das Abdomen, die Gelenke, die Gefäße, die Gynäkologen die Unterleibsorgane, die Pädiater die Kinder.

 

Vielfach müssen Assistenzärzte der Radiologie in die Fachabteilungen rotieren, um ihre Ultraschalluntersuchungszahlen zusammenzubekommen.

 

Ergo: Kenntnisse in Ultraschalluntersuchungen zählen in deutschen radiologischen Abteilungen meistens so gut wie gar nicht. Wenn Sie also aus einer radiologischen Weiterbildung im Ausland gute Ultraschallkenntnisse mitbringen - was häufiig der Fall ist -,  werden  Sie damit in einer deutschen Fachabteilung kaum punkten können.

 

Was Sie gut können sollten:

CT- und MR-Diagnostik

 

Erfahrungsgemäß besteht in vielen Ländern urn eingeschränkter Zugang zu CT und MR. Häufig handelt es sich dabei um Geräte, die sehr viel schwächer sind als die in Deutschland gebräuchlichen Bauarten. Wer es bisher gwöhnt war, MR-Diagnosen an einem 0.5-Tesla-Niederfeld-MR zu erstellen, kann  bei einem unteren Befundstandard, der in Deutschland zur Zeit beim 1.5-Tesla-MR liegt, Problem ebekommen - und der Trend zum 3.0-Tesla-MR wrird sehr fühlbar.

 

Tipp:
Berechnen Sie die Erfahrung, die Sie aus einer Weiterbildung in der Radiologie im Ausland mitbringen, nicht nur nach Jahren,
sondern vergleichen Sie die Inhalte Ihrer radiologischen Weiterbildung mit den in Deutschland vorgeschriebenen Inhalten und - vor allem - deren Gewichtung!