Assistenzärzte Chirurgie


Für Anfänger in der Chirurgie: Null Hoffnung! Eine chirurgische Weiterbildung neu zu beginnen, ist in Deutschland zur Zeit praktisch nicht möglich. Hierfür spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob Sie Ihren Studienabschluss in Deutschland oder im Ausland erworben haben.


Einzige Ausnahme sind - möglicherweise - muttersprachlich deutsche Studienabsolventen, die bereit sind, in Einöden mit geringer Weiterbildungsbefiugnis zu gehen, die in früheren Jahren von ausländischen Ärzten überschwemmt worden sind - und in denen die Krankenhäuser nun mit quasi-babylonischer Sprachverwirrung kämpfen. Aber die Stellen, für die das gilt, sind vermutlich an den Fingern einer Hand abzählbar.


Sie können von Glück sagen, wenn Sie eine Weiterbildungsstelle in einem chirurgischen Fach gar nicht erst bekommen!


In Deutschland gilt eine gesetzliche Probezeit von 6 Monaten. Früher war es eine Frage des guten Anstands auf seiten des Arbeitgebers, jedem, der nicht total unmöglich war, - also nicht etwa als Gefahr für die Patienten und Zumutung für seine ärztlichen Kollegen eingestuft werden musste -, diese 6 Monate auch einzuräumen, damit er Zeit hatte sich einzuarbeiten und sich zu bewähren.


Aktuell häufen sich auf unseren Schreibtischen die Lebensläufe von Anfängern in chirurgischen Fächern, die bereits nach 2 Monaten ausgeschieden worden sind. Mutmaßlich nicht wegen völliger persönlicher Unfähigkeit, sondern weil ein Kollege sich für die Position beworben hat, der schon mehr Erfahrung hat, vielleicht sogar schon Facharzt ist. Zumindest ist diese Annahme – im Hinblick besonders auf den anhaltenden Zuzug ärztlicher Bewerber aus dem Ausland - wahrscheinlicher als
die Annahme, dass wir urplötzlich mit einer Schwemme völlig unfähiger ärztlicher Anfänger in den chirurgischen Fächern zu kämpfen haben.


In 2 oder auch 6 Monaten ist noch niemand zum chirurgischen Spezialisten geworden, der mit einem Facharzt hätte konkurrieren können, auch kein sehr talentierter Anfänger.


Aber auch wenn Sie 6 Monate bleiben dürfen: Die Probezeit nicht zu bestehen, bedeutet traditionell, dass Sie von diesem Arbeitgeber als ärztlich unfähiger Kandidat eingestuft worden sind. So wird das auch jeder nachfolgende Personalverantwortliche oder Chefarzt interpretieren, der Ihren Lebenslauf liest.


Da stehen selbst Ärzte, die frisch aus dem Ausland kommen, besser da als Sie, weil sie noch nicht mit einem solchen Makel des fachlichen Versagens belastet sind. Bei der aktuellen Bewerbersituation in Deutschland ist das absolut keine gute Voraussetzung dafür, eine zweite Chance zu bekommen und noch einmal eine neue Stelle als Arzt zu finden. In der Chirurgie sowieso nicht, aber auch in anderen Fächern wird es dann noch enger!

 

Chancen haben in der Chirurgie nur Fachärzte aus dem Ausland, die, sofern sie aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, hier ohnehin als Assistenzärzte arbeiten müssen, weil ihr im Nicht-EU-Ausland erworbener Facharzttitel hier nicht sofort anerkannt wird - sondern die Teile Ihrer Weiterbildung wiederholen müssen -, sowie Personen mit Facharzttiteln aus dem EU-Ausland oder Deutschland.